Tarot Kartenlegen einst und jetzt

23.09.2019 21:48

 

 
Wenn man sich die einzelnen Tarotkarten einmal genauer anschaut und auf sich wirken lässt, dann wird klar, um welche Fragen es sich in früheren Zeiten gehandelt haben muss. Wie etwa:


“Muss ich mich vor jemandem hüten? Mir graust es in letzter Zeit immer so.“

Die Antworten der Kartenleger lauteten entsprechend zeitgemäß, wie z.B.:

»Mitnichten, denn ein Mönch wird deinen Weg kreuzen.«

Oder: “Werde ich einen guten Ehemann finden?“

»Ein Galan wird um dich werben, aber ein falsches Spiel treiben.«

Aber auch: “Heirate ich in eine gute Familie ein, wie wird es mir da ergehen?“

 

»Hüte dich vor einer Intrigantin, sie kann dir dein Leben vergällen.« usw.


Das Leben war Anno dazumal wesentlich überschaubarer als heute, Wünsche und Ängste waren den entsprechenden Ständen sehr gut zuordenbar. Doch mit derlei Antworten käme man als Kartenlegerin heutzutage nicht mehr weit und doch haben sich die Symboliken der Tarotkarten nicht der Neuzeit angepasst. Das sähe sicher lustig aus, statt das As der Münzen einen Bankschalter abgebildet zu sehen, statt des Hierophanten einen Lehrer mit einem Stück Kreide vor der Schultafel oder statt die 6 der Münzen das Logo der ARGE, usw. Das würde dem Zauber des Tarot doch sehr viel Abbruch tun. Das bedeutet, Karten deuten ist nicht das einzige, was es sich anzueignen gilt, man muss die Symbolik der heutigen Zeit angleichen.

Was mich dazu brachte diesen Artikel zu schreiben war eine Dame, die heute mit dieser Litanei von Fragen an mich herangetreten ist:


“ Wie gehts bei mir beruflich weiter, was denkt sich eigentlich die Chefin, die mich betreut, was denken all die Leute in dieser Firma über mich und wohin soll das denn alles noch führen?“


Das ganze schrill und schnell gesprochen. Da würde eine Kartenlegerin von vor 200 Jahren die Flucht ergreifen. Das war aber auch ein Schock für meine hochfeinen Sinne. Ich müsste also herausbekommen, was die Dame von Beruf ist, welches Verhältnis die Chefin zu ihr und umgekehrt hat, dann einen Querschnitt durchs Personal machen (wobei ich keine Ahnung habe, um wie viele Leute es sich dabei eigentlich handelt), und schließlich schauen, wohin das Ganze führt. Und das innerhalb von kürzester Zeit. Ich bat sie ihr Thema doch ein wenig zu konkretisieren, denn wenn ich keine Chance bekomme zu erfassen, was ihre persönliche Motivation ist, dann ist das ein Beratungsblindflug, zumal diese Art von Revolverfragen aufbauenden Charakter haben (sollten).


Schließlich kam dann doch noch ein vernünftiges Gespräch zustande, in dem sich zeigte, dass die Firma einer Insolvenz entgegensteuert, sie mit der Chefin schon immer Querelen hatte, ich checken sollte, auf wen die Belegschaft hielt (absoluter Kindergarten) und last but not least alles, was mit einem zukünftigen Job zu tun hat. Anhand ihrer ursprünglich hin gepfefferten Fragen, hätte die Zukunft der Kundin ziemlich düster ausgesehen, wenn ich kalt gedeutet hätte, denn es kommt auf Engagement und Know how an, um zeitnah einen geeigneten Job zu finden, was wenig bis gar nichts mit Spiritualität im eigentlichen Sinne zu tun hat, sondern lediglich mit Pragmatismus. So konnte ich ihr viele Hinweise und Tipps mit auf den Weg geben, die bei reiner Kartendeutung sonst sicher nicht zur Sprache gekommen wären. Dankbar und erleichtert, auch emotional sehr viel ruhiger, verabschiedeten wir uns.


Ihr seht also, es lohnt sich konkrete Fragen zu stellen, denn sonst kann es passieren, dass man solch eine Orakel Antwort bekommt:

 

 “Magier und Teufel sprechen von geheimnisvollen Kräften, die am wirken sind. Dein Meister wird dir das Leben sehr schwer machen, so dass du bald nicht mehr in Lohn und Brot sein wirst.“

 

 

Die einzelnen Tarot Elemente einst und jetzt:


Stäbe einst= Handwerker und Bauern, Leibeigene, Fronarbeiter

 

Stäbe jetzt= Das Handwerk schlechthin, aber auch alle Angehörigen (Selbstständigen) in Berufen zupackenden Charakters 

Kelche einst= Der Klerus, Künstler, Zugehörige des fahrenden Volkes

 

Kelche jetzt= Therapeuten und Seelsorger, Künstler 

Schwerter einst= Der Adel, das Rittertum, Söldner, Büttel, Quaksalber

 

Schwerter jetzt= Mediziner, Polizisten, Soldaten, Zugehörige der Rechtsprechung 

Münzen einst= Kaufleute, Schatzmeister, Geldverleiher

 

Münzen jetzt= Händler, Kaufmänner und Frauen, Zugehörige des Finanzsystems

Die Berufe sind die gleichen geblieben, nur die Bezeichnungen haben sich geändert und der soziale Status.

 

 

Link Tipp: Esoterik, Lebensberatung am Telefon, Kartenlegen mit Tarotkarten

 

 

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